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Die Katholische Pfarrei Heiliger Petrus im Dahner Felsenland

Liebe Schwestern und Brüder!
Tag für Tag sehen wir Bilder, die uns von Krieg, Gewalt, Terror, Hungersnöten, Flüchtlingen und vielfältigem Leid berichten. Hinzu kommen vielfältige Sorgen in unserem Land, zunehmend Familien- und Eheprobleme. Wie viele sind schon Scheidungskinder geworden, die ich in seit meiner Weihe getauft habe! Es scheint, schier kein Ende zu nehmen mit den Nöten und Sorgen. In all dem auch Familie kein Halt mehr? Und ich frage mich, was gibt in all dem Halt, wo finde ich ihn? Hatten wir nicht insgeheim gehofft, dass wir modern, aufgeklärt und selbstbestimmt, vielfältiges Leid, Kriege, Hungersnöte und Katastrophen überwinden?
Das obige Bild zeigt einen Holzschnitt von Karl Schmidt- Rottluff. Es begleitet mich schon seit bald 40 Jahren. Es vergeht kaum ein Osterfest an dem ich es nicht betrachte, mir immer wieder so meine Gedanken darüber mache.
Heute möchte ich es Ihnen, sofern sie es nicht schon kennen, vorstellen. Schmidt-Rottluff, der zu den Gründern der Expressionisten-Gruppe „Die Brücke“ zählte, zu der auch kurze Zeit Emil Nolde gehörte, hat diesen Holzschnitt nach seiner Heimkehr aus dem 1. Weltkrieg gefertigt. In ihm spiegelt sich seine unmittelbare und wohl auch persönliche Erfahrung mit der bekannten Emmausgeschichte (Lk 24,8-15) wieder. Es ist ein Bild, das den Glauben eines angefochten Menschen spiegelt, der weiß, dass in allem Leid, das er auf den Schlachtfeldern erlebte, es ein Ostern gibt, für ihn und für die gleich ihm leidenden und schon gefallenen Kameraden und den unzählig vielen Umgekommenen.
In den beiden Jüngern sieht er sich selbst.
„Wir aber hatten doch gehofft...“
Hatte nicht auch er gehofft, in einen gerechten Krieg zu marschieren, für eine gute Sache zu kämpfen wie Tausende anderer Soldaten?
Nun besiegt und alles wofür man litt und kämpfte in Frage stellend.
„Wir aber hatten doch gehofft...“
Auf wen, auf was gehofft? Zweifel kommen auf. Vielleicht griff der Maler in dieser Notzeit zur Bibel, wie es gleich ihm andre Künstler seiner Zeit taten, las die aus der Kindheit vertrauten Geschichten. Im Lesen fällt es Schmitt-Rottluff wie Schuppen von den Augen. Er sieht sein Leid im Leid der Jünger. Aber auch die Beantwortung seiner Fragen in ihren Fragen und zugleich zukunftsweisende Hoffnung.
Was sehen wir? Ein grob, mit kräftigem Messer geschnitztes Bild.
Zwei Gewehrkolben die im Boden stecken. Aufgerissene Erde, vielleicht Schützengräben? Drei Menschen vorn am linken Bildrand.
Der vom Betrachter aus links Gehende: ihm fehlen die Finger, er scheint verwundet zu sein am Kopf. Der ganz rechts Gehende mag blind sein, jedenfalls stimmt etwas nicht mit seinen Augen.
Sind sie gehalten wie die Augen der Jünger im Evangelium?
Der Mann geht gekrümmt am Stock, vielleicht ein Blindenstock?
In ihrer Mitte leicht zu erkennen: Christus. Von ihm geht Licht aus, nicht von der schwarzen Sonne im Hintergrund. Sein Licht ist es das den Schatten wirft hinter den beiden Männern. Er selbst ist ohne Schatten.
Dieser Jesus ist nicht mehr der, der er vor der Auferstehung war. Darum erkennen sie ihn auch nicht. Zu seiner Erkenntnis bedarf es der Augen des Glaubens. Aber auch des Angesprochenwerdens von Seiten des Herrn.
Und so erklärt er ihnen, warum alles geschehen musste. Das hörende Herz beginnt sich zu bewegen, das blinde Auge wird sehend. Auf unserem Bild bei dem Jünger, den der Künstler ohne Finger gemalt hat, dessen eine Auge sieht. Es schaut hin zu Jesus, noch zaghaft, fragend, aber schon im Glauben begriffen. Das Licht, das von Jesus ausgeht, hat ihn erfasst, anders als den anderen Wandrer, der wenig beschienen ist. Zeichen seines noch nicht Verstehen und Glauben-Könnens?
Erst später, das hat Schmitt-Rottluff, nicht dargestellt, gehen beiden Männern die Augen auf als er das Brot mit ihnen bricht. Erst da kommt ihr noch angefochtener Glaube zur vollen Gewissheit. „Hat unser Herz nicht gebrannt als er zu uns sprach und uns die hl. Schrift auslegte?“
In weitem Bogen wandern die Drei aus dem Bild heraus und kommen mir entgegen.
Sie beziehen mich ein, lassen mich, den, der bisher nur Betrachter, zum Mitgehenden werden. Ihr Weg wird mein Weg.
Ich ahne, ja weiß, dass auch der Herr schon mit mir gegangen ist, bei mir war, und ich es nicht wusste, ihn nicht erkannte.
Es ist, als ob ich mit den beiden Jüngern sprechen möchte:
„Bleib bei uns, Herr! Es wird Abend, der Tag hat sich geneigt.“
Mir ist als ob er mit seiner offenen Hand (vielleicht segnenden Hand) sagen wollte:
Ich bin bei dir, ich gehe mit dir. Habe ich es dir denn nicht in der Osternacht gesagt: Resurexi adhuc tecum sum. Ich bin auferstanden und jetzt immer bei dir.
Ja, Herr, ich weiß, und ich will es glauben, dass du bei mir bist, dass du mit mir gehst wie mit den Emmausjüngern, wie mit dem Kriegs-Heimkehrer Karl Schmidt-Rottluff. Du gibst mir in aller Unsicherheit, in allen Nöten des Lebens Halt, letzten und wirklichen Halt. Du bist noch bei mir wenn alle um mich gegangen sind.
Ja, Herr, das will ich glauben und daraus will ich leben und meinen Weg gehen. Das Wissen darum soll mir genügen und mich prägen, denn Du bist auferstanden und immer bei mir.
Und weil ER auferstanden und immer bei uns ist, darf ich allen Lesern, auch im Namen des Pastoralteams, frohe und gesegnete Ostern wünschen.
Ja, der Herr ist wahrhaft auferstanden und immer bei uns!
In der dankbaren Freude um diese Gewissheit grüßt Sie herzlich
Ihr Bruder Bernd Schmitt

Aktuelles:

KJG Dahner Felsenland

 

Sommerfreizeit 2017 der KjG Dahner Felsenland
für alle Kinder und Jugendlichen ab 9 Jahren
vom 05. - 11.08.2017 in der Freizeit- und Bildungsstätte Allertshofen (64397 Modautal)

Anmeldung zur Sommerfreizeit 2017



Gemeinsam leben, beten, feiern und sich austauschen.
Vom 23. bis 30. Juli 2017 machen wir uns auf den Weg nach Burgund. Eine Woche verbringen wir in einfachen Unterkünften bei den Brüdern von Taizé – gemeinsam mit Tausenden Jugendlichen aus aller Welt.
Taizé ist ein genialer Ort, um Deinen Glauben zu vertiefen und eine besondere Art der Spiritualität zu erleben. Nebenbei wirst Du eine Menge neuer Freunde kennen lernen: Bei den gemeinsamen Gebetszeiten in der Barackenkirche, bei der täglichen Arbeit (denn in Taizé packen alle bei den täglichen Aufgaben an) und bei der abendlichen Party am Oyak, der Jugendkneipe in Taizé.

Anmeldung Taizé 2017.pdf

Anziehend – Die Kleiderstube der Kolpingsfamilie in Dahn…

66994 Dahn, Pirmasenser Str. 20, gegenüber der Jungfernsprung-Apotheke
Öffnungszeiten: Jeden Donnerstag, 10 - 18 Uhr (außer an Feiertagen)

Die Kleider werden gegen eine kleine Spende von 1 Euro pro Kleidungsstück abgegeben.
Die Spenden werden für die Ausstattung der Kleiderstube verwendet.
Kleiderspenden werden während der Öffnungszeiten dankend angenommen.

Für Möbel, Kindersitze etc. wird eine Tauschbörse eingerichtet. Personen, die solche Gegenstände abgeben möchten, können in der Kleiderstube an der Pinnwand eine Karte (evtl. Bild) mit dem Angebot ausfüllen. Ebenso können Suchanfragen gestellt werden. Beides kann auch per Mail erfolgen: kolpingsfamilie-dahn@gmx.de.

Weitere Informationen:
www.kolpingfamilie-dahn.de
Karin und Harald Reisel, Tel. 06391/409545, kolpingsfamilie-dahn@gmx.de